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Bahnstrecke ChomutovâCheb
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top
| ChomutovâCheb | ChomutovâCheb |
|---|---|
| | |
| Kursbuchstrecke (SĆœ) : | 140 |
| Spurweite : | 1435 mm ( Normalspur ) |
| Streckenklasse : | D3 (2006) |
| Stromsystem : | ChomutovâKadaĆ-PrunĂ©Ćov: 3 kV = KadaĆ-PrunĂ©ĆovâCheb: 25 kV, 50 Hz ~ |
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h |
| Zweigleisigkeit : | ChomutovâCheb |
| | |
| | |
Die Bahnstrecke ChomutovâCheb ist eine zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprĂŒnglich von der k.k. priv. BuschtÄhrader Eisenbahn (BEB) erbaut und betrieben wurde. Sie verlĂ€uft entlang der Eger von Chomutov (Komotau) ĂŒber Karlovy Vary (Karlsbad) und Sokolov (Falkenau) nach Cheb (Eger). Im heutigen Tschechien ist die Strecke als PodkruĆĄnohorskĂĄ magistrĂĄla (Magistrale unterm Erzgebirge) bekannt.
Die Strecke ChomutovâCheb ist im Eisenbahnnetz der Tschechien Republik als gesamtstaatliche Bahn (âcelostĂĄtnĂ drĂĄhaâ) klassifiziert.
Contents
âą Bedeutung
âą Geschichte
âą Zugverkehr
âą Fahrzeugeinsatz
âą Einzelnachweise
âą Literatur
âą Weblinks
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Bedeutung
Die Bahnstrecke ChomutovâCheb ist eine der wichtigsten Eisenbahnmagistralen in Tschechien. FĂŒr den GĂŒterverkehr stellt die durchgehend zweigleisig ausgebaute und elektrifizierte Strecke die wichtigste und leistungsfĂ€higste Verbindung zwischen Westdeutschland und Tschechien dar. Sie dient zudem als wichtige Abfuhrstrecke fĂŒr die im Falkenauer Becken geförderte Braunkohle. FrĂŒher hatte die Strecke auch eine enorme Bedeutung fĂŒr den BĂ€derzugverkehr nach den weltbekannten Kurorten im böhmischen BĂ€derdreieck. Von 1900 bis 1914 sowie in der Zwischenkriegszeit verkehrte der Paris-Karlsbad-Express, ein Luxuszug der CIWL.
Geschichte
Vorgeschichte und Bau
Am 3. Juni 1868 erhielt die BuschtÄhrader Eisenbahn per Gesetz die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Prag ĂŒber Saaz und Komotau an die königlich sĂ€chsische GrĂ€nze zum Anschlusse an die Chemnitz-Annaberger Bahn und mit einer FlĂŒgelbahn in das Rakonitzer Kohlenrevier, dann von Priesen ĂŒber Karlsbad nach Eger und Franzensbad.cite-ref-5[5]
Im Dezember 1871 war der durchgehende Schienenweg von Prag bis Eger fertiggestellt. Als ErgÀnzung wurde 1873 noch die kurze Verbindungsbahn zwischen Komotau und Kaaden-Brunnersdorf erbaut, die fortan einen durchgehenden Bahnverkehr im Anschluss an die Hauptstrecke der Aussig-Teplitzer Eisenbahn von Aussig/Elbe nach Eger ermöglichte.
Eröffnungsdaten:
âą KarlsbadâEger * 19. November 1870
âą Kaaden-BrunnersdorfâSchlackenwerth * 9. November 1871
âą SchlackenwerthâKarlsbad * 9. Dezember 1871
âą KomotauâKaaden-Brunnersdorf * 1. MĂ€rz 1873
Im Betrieb der BEB
In den Folgejahren entwickelte sich die Strecke zu einer der wichtigsten Verbindungen im Norden Böhmens. Im GĂŒterverkehr waren vor allem der KohleganzzĂŒge aus dem Falkenauer Becken dominierend. Im Reisezugverkehr war die Strecke seit ihrer Eröffnung fĂŒr die Anreise der KurgĂ€ste nach Karlsbad auĂerordentlich bedeutsam. Direkte Zugverbindungen bestanden etwa von Wien, Paris oder Ostende nach Karlsbad.
Schon vor 1900 machte der stark angestiegene Verkehr einen zweigleisigen Ausbau der Hauptstrecke KomotauâEger notwendig. Die Verbindungsbahnen PriesenâKaaden-Brunnerdorf und TirschnitzâFranzensbad blieben eingleisig.
Die BEB wurde zum 1. Januar 1923 als eine der letzten groĂen Privatbahnen in Böhmen verstaatlicht. Fortan war die Strecke in das Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ÄSD integriert.
Nach der Verstaatlichung
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung unter der Kursbuchstrecke 166 BodenbachâAussigâKomotauâKarlsbadâEger enthalten.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, im April 1945, war die Strecke noch ein Ziel schwerer amerikanischer Bombenangriffe. In Karlsbad und Eger wurden die Bahnanlagen so schwer beschĂ€digt, dass ein Zugverkehr fĂŒr lĂ€ngere Zeit nicht mehr möglich war.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Strecke wieder zur ÄSD.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Neutrassierungen
Ăhnlich wie in den deutschen Braunkohle-Tagebau-Gebieten erforderte die Ausweitung der Braunkohleförderung im Falkenauer Becken bei Karlsbad und im Nordböhmischen Becken bei Chomutov Ende der 1970er Jahre VerĂ€nderungen in der Trassierung der Strecke.
1978 wurde die Trasse zwischen Chomutov und KlĂĄĆĄterec nad OhĆĂ auf kohlefreies Gebiet unmittelbar am Abhang des Erzgebirges verlegt. In dem Zusammenhang wurde auch die Strecke zwischen BĆezno u Chomutova und KadaĆ-PrunĂ©Ćov aufgegeben, welche direkte ZuglĂ€ufe zwischen Prag und Cheb unter Umgehung des Knotens Chomutov ermöglichte. Als Ersatz entstand eine neue Verbindungskurve bei Chomutov.
Eine weitere Neutrassierung wurde 1980 zwischen Chodov und Sokolov in Betrieb genommen. Diese Neubautrasse erforderte unter anderem die Verlegung des Bahnhofes NovĂ© Sedlo u Lokte, die Errichtung eines Tunnels unter einem HöhenrĂŒcken und den Neubau eines Viaduktes nahe dem Haltepunkt KrĂĄlovskĂ© PoĆĂÄĂ.
1968 wurde von Cheb aus der erste Abschnitt der Strecke bis Sokolov mit dem modernen Wechselstromsystem 25 kV 50 Hz elektrifiziert. Erst 1981 wurde der elektrische Zugbetrieb weiter bis Karlovy Vary ausgedehnt. Damit konnte die elektrische Traktion jetzt auch fĂŒr den Reisezugverkehr effektiv genutzt werden. Ăstlich von Karlovy Vary blieb noch lange Zeit eine LĂŒcke im elektrifizierten Netz der ÄSD. Erst 1989 wurde von Chomutov aus die Elektrifizierung fortgesetzt, allerdings fĂŒr das dort ĂŒbliche 3-kV-Gleichstromsystem.
Folgende Tabelle zeigt die Eröffnungsdaten des elektrischen Zugbetriebes:
| Eröffnung | Strom | Strecke | km |
|---|---|---|---|
| 9. Juni 1968 | 25 kV~ | SokolovâCheb | 29 |
| 1. Januar 1983 | 25 kV~ | NovĂ© Sedlo u LokteâSokolov | 20 |
| 1. Juni 1983 | 25 kV~ | Karlovy VaryâNovĂ© Sedlo u Lokte | 13 |
| 5. Dezember 1989 | 3 kV = | ChomutovâKadaĆ | 12 |
| 11. Dezember 2005 | 25 kV~ | Vojkovice nad OhĆĂâKarlovy Vary | 22 |
| 28. Mai 2006 | 25 kV~ | KadaĆâVojkovice nad OhĆĂ | 26 |
Seit der politischen Wende in der Tschechoslowakei 1989 gewinnt die Strecke langsam ihre Bedeutung als wichtige und leistungsfĂ€hige Magistrale fĂŒr den GĂŒterverkehr zurĂŒck. Ende der 1990er Jahre begannen auf dem noch nicht elektrifizierten Abschnitt KadaĆâKarlovy Vary umfassende Bauarbeiten zur Modernisierung der Strecke. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Gleise und der Leit- und Sicherungstechnik wurde die Trasse auch von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt. In den Jahren 2005 und 2006 wurde dieser Abschnitt mit Fahrleitungen ausgerĂŒstet.
Am 28. Dezember 2006 wurde der durchgĂ€ngige elektrische Zugbetrieb ĂŒber die Gesamtstrecke eröffnet. Die Systemtrennstelle zwischen 3 kV Gleichstrom und 25 kV Wechselstrom befindet sich zwischen dem Bahnhof KadaĆ-PrunĂ©Ćov und KlĂĄĆĄterec nad OhĆĂ.
Vom 14. April 2018 bis 6. August 2018 war die Strecke zwischen den Bahnhöfen HĂĄjek und Dalovice wegen eines Schadens am Bahnkörper voll gesperrt. FĂŒr die ausfallenden ReisezĂŒge war ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der GĂŒterverkehr musste weitrĂ€umig umgeleitet werden. Die Strecke wurde in diesem Abschnitt einschlieĂlich des Unterbaus von der Firma Strix Chomutov fĂŒr insgesamt 90 Millionen Kronen neu aufgebaut.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]
In den Jahren 2024 bis 2029 soll der Abschnitt SokolovâCheb vollstĂ€ndig erneuert werden. Der Bahnhof TrĆĄnice soll zukĂŒnftig 740 Meter lange GĂŒterzĂŒge aufnehmen können. DarĂŒber hinaus ist der Umbau des Bahnhofes Dasnice zu einer zweigleisigen Ausweiche geplant. KynĆĄperk erhĂ€lt einen neuen Inselbahnsteig mit UnterfĂŒhrung.cite-ref-10[10]
Der Bahnhof Chodov soll 2022 ein neues AufnahmsgebÀude erhalten, das alte wird abgerissen. Gleichzeitig werden auch der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet und 28 ParkplÀtze geschaffen.cite-ref-11[11]
In den Jahren 2025 bis 2027 soll der 1978 neu gebaute Abschnitt zwischen Chomutov und KadaĆ-PrunĂ©Ćov erneuert werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll dort eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h gelten. Zudem wird die Fahrleitungsspannung von 3 kV= auf 25 kV 50 Hz~ geĂ€ndert. Die Systemtrennstelle soll dann auf freier Strecke am Bahnhof Chomutov liegen. Die Haltestelle MĂĄlkov wird nĂ€her am Ort neu gebaut, der Bahnhof KadaĆ-PrunĂ©Ćov wird modernisiert. Ab 2028 soll zudem der Bahnhof Chomutov umgebaut werden. Die Personenverkehrsanlagen sollen dabei nĂ€her an das Stadtzentrum verschoben werden.cite-ref-12[12]
Zugverkehr
Ab Ende der 1950er Jahre kamen auch wieder BĂ€derschnellzĂŒge auf die Strecke. Ăberregional bekannt war vor allem der Karlex, der zwischen Berlin und Karlsbad verkehrte. Als Entlastungszug verkehrte spĂ€ter noch ein zweites Zugpaar in der Relation LeipzigâKarlsbad als IExt Karola.
Heute wird die Strecke von einer im Zweistundentakt verkehrenden Schnellzugverbindung PragâĂstĂ nad LabemâChomutovâCheb bedient. Die internationalen Verbindungen wurden im Laufe der Jahre reduziert und schlieĂlich ganz eingestellt. Die Kurswagenverbindung nach Moskau wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 aufgegeben, die durchgehenden Wagen nach KoĆĄice am 8. Dezember 2017. Seit 9. Dezember 2017 verkehren alle SchnellzĂŒge mit modernisierten Wagen höherer QualitĂ€t als Rx.
Fahrzeugeinsatz
In den 1960er und 1970er Jahren kamen im BĂ€derzugverkehr von Berlin und Leipzig nach Karlsbad die eleganten TriebzĂŒge der DR-Baureihe VT 18.16 zum Einsatz.
Im GĂŒterverkehr waren lange Zeit die sowjetischen Diesellokomotiven der ÄSD-Baureihe T 679.1 (ÄD 781) prĂ€gend. Vor allem auf dem neigungsreichen Abschnitt zwischen Vojkovice nad OhĆĂ und Karlsbad waren diese leistungsstarken Lokomotiven bis Ende der 1990er Jahre unverzichtbar. Letztes Einsatzgebiet dieser Lokomotiven waren die schweren KohleganzzĂŒge von Sokolov zum Kraftwerk Arzberg in Oberfranken bis zum 30. November 2002.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 werden alle durchgehenden ReisezĂŒge zwischen Cheb und ĂstĂ nad Labem mit den Zweisystemlokomotiven der ÄD-Baureihe 363 gefĂŒhrt. PersonenzĂŒge zwischen Cheb und Karlovy Vary bzw. Chomutov und Most werden zumeist aus Dieseltriebwagen der ÄD-Baureihe 844 âRegiosharkâ gebildet.
Einzelnachweise
cite-note-11. https://www.atlaskolejowy.net/cz/karlovarsky/?id=linia&poz=1556
cite-note-22. ZdenÄk Hudec u. a.: Atlas drah ÄeskĂ© republiky. 2006â2007. Hrsg.: Verlag Pavel Malkus. 2. Auflage. Pavel Malkus, Praha 2006, ISBN 80-87047-00-1 (tschechisch).
cite-note-33. Artarias Eisenbahnkarte von Ăsterreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
cite-note-44. Daten auf atlasdrah.net
cite-note-55. â ĂNB-ALEX - Reichsgesetzblatt 1849-1918. Abgerufen am 24. Mai 2025.
cite-note-66. â https://vary.idnes.cz/zeleznice-vlak-trat-04h-/vary-zpravy.aspx?c=A180415_162700_vary-zpravy_mav
cite-note-77. â https://vary.idnes.cz/trat-sesuv-vlaky-zeleznice-dalovice-rekonstrukce-fs4-/vary-zpravy.aspx?c=A180503_132429_vary-zpravy_ba
cite-note-88. â âOprava sesunutĂ© trati vyjde na 90 milionĆŻ, hotovo mĂĄ bĂœt do konce Äervenceâ auf idnes.cz
cite-note-99. â âSĆœDC otevĂrĂĄ sesunutou traĆ„ u KarlovĂœch VarĆŻ, vlaky pojedou zatĂm 50 km/hâ auf zdopravy.cz
cite-note-1010. â âMinisterstvo posvÄtilo modernizaci tratÄ Cheb â Sokolov, SprĂĄva ĆŸeleznic hledĂĄ projektantaâ auf zdopravy.cz
cite-note-1111. â âSprĂĄva ĆŸeleznic pĆedstavila novou nĂĄdraĆŸnĂ budovu pro Chodov, starou zbourĂĄâ auf zdopravy.cz
cite-note-1212. â âStyk soustav se posune od PrunĂ©Ćova k Chomutovu. Rekonstrukce trati mĂĄ zaÄĂt pĆĂĆĄtĂ rokâ auf zdopravy.cz
Literatur
âą Andreas W. Petrak: Entlang der Eger; edition bohemica, Himmelkron, 2008, ISBN 978-3-940819-02-4
âą ZdenÄk Hudec u. a.: Atlas drah ÄeskĂ© republiky 2006â2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
Weblinks
Commons
: Bahnstrecke ChomutovâCheb
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âą Fahrplan 2018 (ĂstĂ nad Labem â) ChomutovâKlĂĄĆĄterec nad OhĆĂ
âą Fahrplan 2018 KlĂĄĆĄterec nad OhĆĂâCheb